Lehrpersonen: Prof. Alexander Schwarz - Fabio Magnago, Roman Morschett, Dorothee Riedle, Jonas Schneck
Klaus Heinrichs "Dahlemer Vorlesungen" über Karl Friedrich Schinkel und Albert Speer
Eine architektonische Auseinandersetzung mit dem NS
Die Vorlesungen des Religionsphilosophen Klaus Heinrich an der Freien Universität Berlin hatten stets den Anspruch, all das mit einzubeziehen, was – um es mit seinen eigenen Worten zu sagen – zum „Selbstverständigungsunternehmen der menschlichen Gattung“ gezählt werden kann: Mythologie, Religion und Philosophie, aber auch die Psychoanalyse sowie die bildenden Künste, die Musik und Lyrik. Es überrascht daher nicht, dass in diesem Zusammenhang auch die Architektur nicht fehlen durfte.
Einen Teil dieser damals aufgezeichneten Vorlesungen – 8 über Karl Friedrich Schinkel und 4 über Albert Speer – möchten wir in unserem Seminar gemeinsam lesen,besprechen und zu durchdringen versuchen.
Faszinierend ist nicht nur das breite Wissen, auf das Heinrich seine Argumentation aufbaute, sondern vor allem seine Art, Fragen zu stellen, die in dieser Form ein Architekturhistoriker oder -theoretiker wohl kaum aufgeworfen hätte.
Zentrale Fragestellung der Vorlesungsreihe ist, welche strukturellen Angebote der Klassizismus selbst für Monumentalität, Machtinszenierung und Massensuggestion bereithält – eine Frage, die für jede Auseinandersetzung mit öffentlicher Architektur bis heute relevant bleibt und an allgemeine Fragen nach der politischen Instrumentalisierbarkeit von Architektur anknüpft.
Das gemeinsame Lesen und Erarbeiten des anspruchsvollen Textes soll uns die Möglichkeit bieten, den kulturphilosophischen Zugang Heinrichs als eine mögliche Lesart der Architektur zu entdecken.
Bild von knihobot.cz
